{"id":582,"date":"2017-08-24T12:22:03","date_gmt":"2017-08-24T10:22:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/?p=582"},"modified":"2023-06-01T12:20:39","modified_gmt":"2023-06-01T10:20:39","slug":"transit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.hellaprokoph.de\/?p=582","title":{"rendered":"Transit"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/?attachment_id=583\" rel=\"attachment wp-att-583\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/klein44.jpg\" alt=\"\" title=\"Transit\" width=\"99\" height=\"132\" class=\"alignnone size-full wp-image-583\" \/><\/a><\/p>\n<p>(Ausstattung)<br \/>\neine theatrale Erkundung von Katja Langenbach<br \/>\nnach dem Roman von Anna Seghers<br \/>\nChoreografie: Exequiel Barreras, Musik: Roderik Vanderstraeten<br \/>\nDie Halle, St.Gallen, Premiere: 24.08.2017<br \/>\nGastspiele: Theater Konstanz: 21 und 22 Februar 2018<br \/>\nBRUX \u2013 Freies Theater Innsbruck, 24 und 25 Februar 2018<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/?attachment_id=589\" rel=\"attachment wp-att-589\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/62.jpg\" alt=\"\" title=\"Transit\" width=\"402\" height=\"264\" class=\"alignnone size-full wp-image-589\" srcset=\"https:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/62.jpg 402w, https:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/62-150x100.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 402px) 100vw, 402px\" \/><\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/?attachment_id=584\" rel=\"attachment wp-att-584\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/19.jpg\" alt=\"\" title=\"Transit\" width=\"402\" height=\"264\" class=\"alignnone size-full wp-image-584\" srcset=\"https:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/19.jpg 402w, https:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/19-150x100.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 402px) 100vw, 402px\" \/><\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/?attachment_id=594\" rel=\"attachment wp-att-594\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/10.jpg\" alt=\"\" title=\"Transit\" width=\"402\" height=\"264\" class=\"alignnone size-full wp-image-594\" srcset=\"https:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/10.jpg 402w, https:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/10-150x100.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 402px) 100vw, 402px\" \/><\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/?attachment_id=593\" rel=\"attachment wp-att-593\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/9.jpg\" alt=\"\" title=\"Transit\" width=\"402\" height=\"264\" class=\"alignnone size-full wp-image-593\" srcset=\"https:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/9.jpg 402w, https:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/9-150x100.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 402px) 100vw, 402px\" \/><\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/?attachment_id=590\" rel=\"attachment wp-att-590\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/72.jpg\" alt=\"\" title=\"Transit\" width=\"264\" height=\"402\" class=\"alignnone size-full wp-image-590\" srcset=\"https:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/72.jpg 264w, https:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/72-175x267.jpg 175w\" sizes=\"(max-width: 264px) 100vw, 264px\" \/><\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/?attachment_id=588\" rel=\"attachment wp-att-588\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/52.jpg\" alt=\"\" title=\"Transit\" width=\"264\" height=\"402\" class=\"alignnone size-full wp-image-588\" srcset=\"https:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/52.jpg 264w, https:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/52-175x267.jpg 175w\" sizes=\"(max-width: 264px) 100vw, 264px\" \/><\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/?attachment_id=587\" rel=\"attachment wp-att-587\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/42.jpg\" alt=\"\" title=\"Transit\" width=\"264\" height=\"402\" class=\"alignnone size-full wp-image-587\" srcset=\"https:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/42.jpg 264w, https:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/42-175x267.jpg 175w\" sizes=\"(max-width: 264px) 100vw, 264px\" \/><\/a><br \/>\n<!--more--><br \/>\n<strong>Saiten <\/strong>Schweizer Kulturmagazin<br \/>\n25. August 2017 von Peter Surber <\/p>\n<p><strong>Allgegenw\u00e4rtig ist die Angst<\/strong><\/p>\n<p>Flucht \u2013 aber nicht 2017 nach Europa, sondern 1941 von hier weg: Davon handelt \u00abTransit\u00bb. Katja Langenbach inszeniert den Roman von Anna Seghers in der Halle im St.Galler Lattich.<\/p>\n<p>Die ersten Wortfetzen kommen von weit weg, deutsch, franz\u00f6sisch, englisch durcheinander. Ein Schiff sei untergegangen. Langsam kommen die Sprecher n\u00e4her und wird aus den Fetzen Gewissheit. Die \u00abMontr\u00e9al\u00bb, h\u00f6rt man, sei bei der \u00dcberfahrt gesunken, mit Fl\u00fcchtlingen an Bord.<br \/>\nEin beklemmender Anfang.<br \/>\nDie Geschichte spielt aber nicht 2017, sondern 1941. Und die Fl\u00fcchtlinge kommen nicht aus Tunesien, Eritrea, Syrien, sondern aus Deutschland und Frankreich. Im Roman \u00abTransit\u00bb schildert Anna Seghers die Kriegssituation im besetzten Frankreich und im noch unbesetzten S\u00fcden. \u00abIhre\u00bb Fl\u00fcchtlinge sind Europ\u00e4er. Sie berichten, wovon wir heute nur von weither Kenntnis nehmen: von Bombardierungen, Vertreibung, Trecks von Fl\u00fcchtenden, toten Kinder.<br \/>\nGestrandet im\u00a0 Hoffnungshafen<br \/>\nMarseille ist der Hoffnungshafen, in Marseille kommen j\u00fcdische, linke und andere von Nazideutschland und dem kollaborierenden Vichy-Regime Bedrohte zusammen. Anna Seghers geh\u00f6rte selber zu ihnen, als J\u00fcdin und Kommunistin. 1941 gelang ihr mit ihrer Familie die Ausreise nach Mexiko. Ihr Roman \u00abTransit\u00bb ist auch eine Hommage an den mexikanischen Botschafter in Marseille, Gilberto Bosques, der 40\u2019000 Verfolgten die Ausreise in sein Land erm\u00f6glichte.<br \/>\nHauptfiguren sind in Marseille Gestrandete: Marie, die verzweifelt ihren Mann sucht, ohne zu wissen, dass sich dieser in Paris beim Einmarsch der Nazis das Leben genommen hat, Franz, der \u00fcber einen weiteren Emigranten, Paul, zuf\u00e4llig an die Papiere und den Koffer des Toten herangekommen ist und sich in Marie verliebt, ohne sie \u00fcber das Schicksal ihres Mannes aufzukl\u00e4ren; ein Arzt, mit Marie liiert, eine franz\u00f6sische Helferfamilie und diverse weitere Figuren.<br \/>\nDer Roman ist ein herausragendes Dokument der europ\u00e4ischen Exilgeschichte. Wer das Buch nicht kennt, findet die Infos im Netz. Lieber w\u00fcrde man in einem Programmheft einiges dar\u00fcber lesen \u2013 denn die Theaterfassung von Regisseurin Katja Langenbach erz\u00e4hlt nicht linear, sondern in Fragmenten. Andrerseits ist gerade dies die St\u00e4rke der Inszenierung.<\/p>\n<p>Die Spieler wechseln mit Ausnahme von Marie ihre Rollen, sprechen im Chor, rollen und zerren sich \u00fcber die B\u00fchne, werden zu einem einzigen Fl\u00fcchtlingsk\u00f6rper. Martin Carnevali, Hella Immler, Alexandre Pelichet und Marta Rosa spielen mit geballter Kraft und doppeltem Talent f\u00fcr Schauspiel wie f\u00fcr Bewegungstheater. Sprechszenen kippen in pr\u00e4zis gef\u00fchrte Choreographien (Exequiel Barreras), die Musik steigert, manchmal an der Pathosgrenze, das Klima der Bedrohung.<br \/>\nDie B\u00fchne spiegelt das Fragile und Rastlose der Flucht. Die Fischernetze, die den Spielraum abgrenzen, geben keinen Halt. Auf den paar St\u00fchlen, die das einzige Mobiliar bilden, ist kein Ausruhen m\u00f6glich, aus den Lampen f\u00e4llt ein Licht, das auch von den Scheinwerfern der Faschisten stammen k\u00f6nnte.<br \/>\nAtmosph\u00e4re der Ausweglosigkeit<br \/>\n\u00dcber f\u00fcnfviertel Stunden verdichtet sich die Atmosph\u00e4re von Ausweglosigkeit, unterbrochen von verzweifelten Hoffnungen, die halten bis zur n\u00e4chsten b\u00fcrokratischen H\u00fcrde. Die Liebesgeschichten um Marie r\u00fccken gegen\u00fcber dem Roman in den Hintergrund; allgegenw\u00e4rtig ist die Angst, dazwischen blitzt auch mal ein Wunschbild auf, bescheiden, nur \u00abein Tisch, an dem man f\u00fcr dich auseinanderr\u00fcckt\u2026\u00bb.<br \/>\nSeghers\u2019 Figuren stehen archetypisch f\u00fcr die Fl\u00fcchtenden dieser Welt. Als w\u00e4re man selber auf offenem Meer, sieht und h\u00f6rt man Szenenfragmente auftauchen, S\u00e4tze, an die sich die Spieler klammern wie Ertrinkende an eine Boje. Bis zum letzten Satz von Marie, dem Hoffnungs- und Verzweiflungssatz zu gleich: \u00abBis ans Ende der Welt\u00bb\u2026<br \/>\nDie Lattich-Halle, selber ein Transit-Ort, ist in ihrer Rohheit und Weitl\u00e4ufigkeit ideal, sowohl f\u00fcrs Thema als auch f\u00fcr die bewegte Inszenierung. An der Premiere vom Donnerstag gab es volle R\u00e4nge und einen heftigen Applaus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Ausstattung) eine theatrale Erkundung von Katja Langenbach nach dem Roman von Anna Seghers Choreografie: Exequiel Barreras, Musik: Roderik Vanderstraeten Die Halle, St.Gallen, Premiere: 24.08.2017 Gastspiele: Theater Konstanz: 21 und 22 Februar 2018 BRUX \u2013 Freies Theater Innsbruck, 24 und 25 Februar 2018<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.hellaprokoph.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/582"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.hellaprokoph.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.hellaprokoph.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hellaprokoph.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hellaprokoph.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=582"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.hellaprokoph.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/582\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.hellaprokoph.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=582"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hellaprokoph.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=582"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.hellaprokoph.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=582"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}<!-- WP Super Cache is installed but broken. 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