{"id":342,"date":"2012-04-14T13:34:03","date_gmt":"2012-04-14T12:34:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/?p=342"},"modified":"2014-07-04T13:00:11","modified_gmt":"2014-07-04T11:00:11","slug":"michael-kohlhaas","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/?p=342","title":{"rendered":"Michael Kohlhaas"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/?attachment_id=361\" rel=\"attachment wp-att-361\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/bild-klein4.jpg\" alt=\"\" title=\"bild klein4\" width=\"99\" height=\"132\" class=\"alignnone size-full wp-image-361\" \/><\/a><br \/>\n(B\u00fchne)<br \/>\nSchauspiel nach einer Novelle von Heinrich von Kleist<br \/>\nInszenierung und Textfassung: Katja Langenbach, Kost\u00fcme: Annelies Vanlaere, Musik: Roderik Vanderstraaten<br \/>\nTheater St.Gallen, Lokremise, Premiere: 16.04.2012<a href=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/?attachment_id=352\" rel=\"attachment wp-att-352\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/01-kohlhaas.jpg\" alt=\"\" title=\"01 kohlhaas\" width=\"402\" height=\"264\" class=\"alignnone size-full wp-image-352\" srcset=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/01-kohlhaas.jpg 402w, http:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/01-kohlhaas-150x100.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 402px) 100vw, 402px\" \/><\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/?attachment_id=345\" rel=\"attachment wp-att-345\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/02-kohlhaas.jpg\" alt=\"\" title=\"02 kohlhaas\" width=\"402\" height=\"264\" class=\"alignnone size-full wp-image-345\" srcset=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/02-kohlhaas.jpg 402w, http:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/02-kohlhaas-150x100.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 402px) 100vw, 402px\" \/><\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/?attachment_id=346\" rel=\"attachment wp-att-346\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/03-kohlhaas.jpg\" alt=\"\" title=\"03 kohlhaas\" width=\"402\" height=\"264\" class=\"alignnone size-full wp-image-346\" srcset=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/03-kohlhaas.jpg 402w, http:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/03-kohlhaas-150x100.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 402px) 100vw, 402px\" \/><\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/?attachment_id=353\" rel=\"attachment wp-att-353\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/04-kohlhaas.jpg\" alt=\"\" title=\"04 kohlhaas\" width=\"402\" height=\"264\" class=\"alignnone size-full wp-image-353\" srcset=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/04-kohlhaas.jpg 402w, http:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/04-kohlhaas-150x100.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 402px) 100vw, 402px\" \/><\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/?attachment_id=355\" rel=\"attachment wp-att-355\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/06-kohlhaas.jpg\" alt=\"\" title=\"06 kohlhaas\" width=\"402\" height=\"264\" class=\"alignnone size-full wp-image-355\" srcset=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/06-kohlhaas.jpg 402w, http:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/06-kohlhaas-150x100.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 402px) 100vw, 402px\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/?attachment_id=357\" rel=\"attachment wp-att-357\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/08-kohlhaas.jpg\" alt=\"\" title=\"08 kohlhaas\" width=\"402\" height=\"264\" class=\"alignnone size-full wp-image-357\" srcset=\"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/08-kohlhaas.jpg 402w, http:\/\/www.hellaprokoph.de\/wp-content\/uploads\/08-kohlhaas-150x100.jpg 150w\" sizes=\"(max-width: 402px) 100vw, 402px\" \/><\/a><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p><strong>S\u00fcdkurier,<\/strong> 21.04.2012 von Peter E. Schaufelberger<\/p>\n<p><strong>Schrei der Verzweiflung<\/strong><\/p>\n<p>In der Lokremise zeigt das Theater St. Gallen eine ebenso stimmige wie beklemmende Dramatisierung von Kleists Novelle &#8222;Michael Kohlhaas&#8220;.<\/p>\n<p>Die weit offene Spielfl\u00e4che in der St. Galler Lokremise ist von Brandtr\u00fcmmern \u00fcbers\u00e4t, drei ausgebrannte Autos stehen herum. Skelette von Statussymbolen eines verhassten Herrschaftssystems, Zeugen zugleich einer blinden Zerst\u00f6rungswut, in die berechtigter Protest und begr\u00fcndeter Widerstand gegen Korruptheit, gegen staatliche und, gesellschaftliche Verfilzung, gegen Unterdr\u00fcckung und Verfolgung immer wieder ausarten. Damals, in der Zeit, als der ehrbare Pferdeh\u00e4ndler Michael Kohlhaas mit seinen Kumpanen pl\u00fcndernd, brandschatzend, mordend durch das Land zog und sich so jene Gerechtigkeit und Wiedergutmachung erzwingen wollte, die ihm zuvor wider alles Recht verweigert worden waren. Und nicht anders heute: in verwahrlosten Vorst\u00e4dten, wo die Menschen genug haben von blo\u00dfen Versprechungen der Herrschenden; in L\u00e4ndern, in denen Willk\u00fcr, hemmungslose Gier der M\u00e4chtigen, Polizeigewalt und Kl\u00fcngelwirtschaft Revolten ausl\u00f6sen.<\/p>\n<p>Im B\u00fchnenbild von Hella Prokoph, in der zwischen leisen Gitarrenkl\u00e4ngen und harten heutigen Rhythmen hin und her springenden Musik von Roderik Vanderstraeten, vor allem aber in Katja Langenbachs dramatischer Bearbeitung und Inszenierung der Novelle Michael Kohlhaas&#8220; von Heinrich von ICleist sind damals und heute gleicherma\u00dfen gegenw\u00e4rtig. Die Sprache Kleists ist da in<br \/>\nerz\u00e4hlenden Passagen, die sich \u00fcbergangslos einf\u00fcgen in gespielte Szenen, beklemmende Zuspitzungen kippen bisweilen ins Absurde hin\u00fcber, ein kleiner ner Schritt nur ist&#8217;s manchmal von \u00fcbersteigerter Groteske in abgrundtiefe Verlorenheit.<br \/>\nDoch diese Verkn\u00fcpfung von heute und damals wirkt in keinem Augenblick erzwungen oder gar aufgesetzt: Katja Langenbach erz\u00e4hlt die zwangsl\u00e4ufig gerafften Ereignisse der Novelle im R\u00fcckblick, \u00fcbertr\u00e4gt sie in Spielszenen, in denen nicht die Akteure des eigentlichen Geschehens auftreten, sondern Kumpane des Michael Kohlhaas. Sie schl\u00fcpfen bald in diese, bald in jene Rolle, wechseln die Seite, wie es sich aus dem Fortgang der Geschehnisse ergibt, sind bald unmittelbar Beteiligte, die aus<br \/>\neigenem Erleben heraus berichten, bald die Gegenspieler von Kohlhaas, die sie nur aus den Schilderungen ihres Anf\u00fchrers kennen und bisweilen entsprechend \u00fcberzeichnen.<\/p>\n<p>Ausgenommen von diesem Rollentausch ist nur Kohlhaas selber, auch er zwar von einem seiner Kampfgef\u00e4hrten gespielt, doch zusehends hineinwachsend in die vielschichtige Gestalt dieses Mannes, der sich hineinsteigert in einen alles zerst\u00f6renden Gerechtigkeitswahn. Packend, wie Alexandre Pelichet die Verwandlung dieses Menschen nachzeichnet, ihn schrittweise aus der Rechtschaffenheit des Recht und Gesetz Vertrauenden hinausf\u00fchrt in die schiere Verzweiflung, aus der ihm die gewaltt\u00e4tige ICraft<br \/>\nf\u00fcr seine Untaten erw\u00e4chst. Doch im Hintergrund bleibt der Mensch sp\u00fcrbar, der in seinem Innersten verwundet worden ist. \u00dcberaus stark auch Hanna Binder in mehreren Rollen; ber\u00fchrend etwa als sterbende Frau des Kohlhaas, noch intensiver allerdings als weibischer Kurf\u00fcrst, grotesk aufgemotzt und stimmlich \u00fcberdreht eine zun\u00e4chst trottelig erscheinende Figur, die jedoch, nachdem Kohlhaas das ihr von einer Wahrsagerin geschenkte Amulett verschluckt hat, in eine zutiefst beklemmende Verr\u00fccktheit<br \/>\nverf\u00e4lltund sich, als vv\u00e4t\u00e4ri es S\u00fcsse Liebkosungen, die grauenvollsten und abwegigsten Torturen f\u00fcr den Rebellen ausdenkt. Romeo Meyer und Julian Sigl gelingt es, trotz ihrer vielen Rollen- und Seitenwechsel immer wieder einpr\u00e4gsame Akzente zu setzen Sigl etwa als Martin Luther, der versucht, Kohlhaas von seinen Wahnvorstellungen abzubringen, Meyer namentlich als Knecht des<br \/>\nPferdeh\u00e4ndlers. Alle aber tragen sie bei zu einer \u00e4u\u00dferst dichten Realisierung dieser dramatischen Umsetzung eines zutiefst verst\u00f6renden Werks.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(B\u00fchne) Schauspiel nach einer Novelle von Heinrich von Kleist Inszenierung und Textfassung: Katja Langenbach, Kost\u00fcme: Annelies Vanlaere, Musik: Roderik Vanderstraaten Theater St.Gallen, Lokremise, Premiere: 16.04.2012<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/342"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=342"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/342\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=342"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=342"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.hellaprokoph.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=342"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}<!-- WP Super Cache is installed but broken. 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